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Dr. Dieter Kienitz Unternehmenskommunikation
Einsatz von syrischen Praktikanten lohnt sich
Zwei junge Flüchtlinge bei der egeb: Wirtschaftsförderung

Brunsbüttel/Itzehoe - Wie nützlich es sein kann, auf die betriebliche Unterstützung durch Flüchtlinge zu bauen, bewies jetzt die egeb: Wirtschaftsförderung. Und obwohl es sich nur um ein zweiwöchiges Berufspraktikum handelte, das Majd Al Moualem (22) aus Syrien in Itzehoe absolvierte, frischte er in der kurzen Zeit die Exposés der freien Gewerbeflächen in Dithmarschen und Steinburg auf, die für Investoren vorgehalten werden. Christian Holst, Betreuer dieses Projekts bei der egeb, beschrieb die Aufgabe: Luftbilder zeigen natürlicherweise keine Grundstücksgrenzen. Genau die identifizierte der Praktikant anhand weiterer Unterlagen weitgehend selbstständig in den Fotos und markierte die Grenzen mit Farbe. Die Flächen können Interessenten dadurch viel anschaulicher und präziser präsentiert werden. Außerdem recherchierte Majd Al Moualem im Internet Marketinginstrumente für Wirtschaftsförderer. Schließlich bekam er auch noch einen Einblick in die Geschäftsfelder Logistik und Weiterbildung und besuchte verschiedene Veranstaltungen der egeb: Wirtschaftsförderung.

Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau rät nach den guten Erfahrungen mit dem syrischen Praktikanten Unternehmern in der Region zu prüfen, ob sich der Einsatz von Flüchtlingen in ihren Betrieben ebenfalls lohnen könne. „Und die Sprachprobleme sind kleiner, als immer wieder gesagt wird“, unterstreicht sie. Obwohl der junge Syrer noch eine gewisse Scheu zeigte, von sich aus aktiv ins Gespräch einzugreifen, gab er auf jede an ihn direkt gerichtete Frage in flüssigem Deutsch eine klare Antwort. Kein Wunder, gehört er doch den Sprachklassen am Regionalen Berufsbildungszentrum in Itzehoe an, in denen 350 Flüchtlinge aus aller Herren Länder zügig Deutsch lernen. Überhaupt sei die Integration an der Westküste „gut gestartet“, ist Christian Holst nach mehreren internen und öffentlichen Veranstaltungen zu dem Thema überzeugt. Daher rieten auch Handwerks- und Handelskammern sowie der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste längst dazu, Flüchtlinge in die Betriebe aufzunehmen – zumindest als Praktikanten oder auch als Auszubildende und Angestellte.

Majd Al Moualem erzählt von seinem Schicksal. Nach vier Semestern Jura-Studium flüchtete er über die Türkei nach Deutschland, kam erst ins Saarland, dann nach Neumünster und wohnt jetzt in Itzehoe. Am liebsten möchte er weiter Jura studieren oder zu Technik wechseln, muss dafür aber ein höheres Sprachniveau (C1) nachweisen können. Die Freizeit gehört dem Sport: Neben Fahrradfahren und Fußball gehört auch Taekwondo dazu.

Inzwischen konnte auch ein weiterer Praktikant aus Syrien zeigen, was in ihm steckt. Hussam Mohamad beeindruckte das Team im Wasserwerk Wacken positiv, wie dessen Geschäftsführer Dr. Guido Austen und Werksleister Helge Maaß berichteten. Hussam Mohamad hatte auf seiner Flucht durch die Türkei bei einem Klempner gearbeitet und interessiert sich folglich für einen Einsatz im Bereich Heizungsbau/Sanitär. Er sei pünktlich, wissbegierig und zuverlässig gewesen, urteilen die Chefs und entsandten ihn nun noch zum Wasserverband „Unteres Störgebiet“, damit er dort unter anderem die Rohrnetzkontrolle kennen lernen kann.

Quelle: egeb: Wirtschaftsförderung
Veröffentlichungstermin: 18. Mai 2016
 
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